Der 27. November wird teuer. Oder extrem günstig, je nachdem wie gut die Vorbereitung war. Amazon, MediaMarkt und Saturn unterbieten sich bei Fernsehern, Laptops und Kopfhörern, Zalando und About You ziehen bei Markenmode nach. So weit, so bekannt. Was sich in den letzten Black-Friday-Runden gezeigt hat: Die Rabatte auf Elektronik sind echt, auf Mode solide, bei Lebensmitteln und Drogerieartikeln dagegen meistens Marketing mit neuem Streichpreis.
Echte Rabatte erkennen
Nicht jeder beworbene Rabatt ist einer. Ein Fernseher, der am Black Friday für 599 Euro angeboten wird, kostete bei idealo vielleicht schon im Oktober 629 Euro. Die echte Ersparnis liegt dann bei 30 Euro, nicht bei den 300, die der Streichpreis suggeriert. Bei Fernsehern ab 55 Zoll liegen die Ersparnisse erfahrungsgemäß zwischen 150 und 400 Euro, bei Laptops zwischen 80 und 250 Euro. Kopfhörer der Mittelklasse (Sony WH-1000XM5, Apple AirPods Pro) werden am Black Friday regelmäßig 20 bis 30 % unter der UVP angeboten. Wer sich vorher bei idealo oder Geizhals die Preiskurve anschaut, erkennt sofort, ob der Deal echt ist oder aufgebläht.
Mode und Beauty
Markenmode funktioniert anders als Technik. Nike, adidas und The North Face landen bei Zalando und About You regelmäßig mit 30 bis 40 % Nachlass im Sale. Eigenmarken der Shops sind kaum reduziert, da liegt die Marge ohnehin schon niedrig. Douglas und Flaconi senken Beauty-Preise um 15 bis 25 %, wobei Parfüm-Sets (Duft plus Bodylotion oder Duschgel) deutlich lohnender sind als Einzelflakons. Wer Parfüm verschenken will, kauft am Black Friday. Wer nur für sich selbst sucht, wartet auf den Adventskalender-Deal bei Douglas ab dem 1. Dezember.
Möbel und Einrichtung
Möbel und Einrichtung sind die stille Kategorie des Black Friday. Otto, Home24 und IKEA bieten 15 bis 30 % auf ausgewählte Sortimente. Ein Sofa oder Esstisch für 200 Euro weniger klingt unspektakulär neben einem Laptop-Deal, ist aber in absoluten Zahlen oft die größere Ersparnis. Bei IKEA lohnt sich der Blick auf Family-Angebote, die am Black Friday nochmal draufgelegt werden. Tchibo schaltet eine eigene Black-Friday-Themenwelt mit Produkten aus allen Bereichen, von Kaffeemaschinen bis Bettwäsche, und kombiniert das mit einem generellen 15-%-Gutschein auf fast alles.
Timing: Die Black Week
Zum Timing: Die sogenannte Black Week beginnt am Montag, dem 23. November. In dieser Woche tröpfeln die Angebote rein, manche Shops starten mit Vorab-Deals, um Aufmerksamkeit zu binden. Die aggressivsten Preise fallen aber am Freitag selbst und am Samstag danach. Wer den Newsletter von Amazon oder MediaMarkt abonniert hat, bekommt Zugang zu Early-Access-Angeboten, teilweise 6 bis 12 Stunden vor allen anderen. Saturn koppelt den Frühzugang an die Kundenkarte, die sich kostenlos anlegen lässt.
Retouren und Cyber Monday
Noch ein Punkt zu Retouren: Nach dem Black Friday dauert die Bearbeitung länger als gewohnt. Wer sich nicht sicher ist, bestellt zwei Größen und schickt eine zurück. Bei Elektronik gilt: Originalverpackung aufheben. Ohne Verpackung lehnen manche Shops die Retoure ab oder ziehen einen Abschlag ab. Und wer am Freitag nicht zugeschlagen hat: Der Cyber Monday am 30. November bringt nochmal eigene Deals, vor allem bei Software, Gaming und digitalen Abos.
Smartphones und Tarife
Smartphones sind am Black Friday eine eigene Kategorie. Samsung Galaxy-Modelle (S-Serie, A-Serie) liegen bei Amazon und MediaMarkt 15 bis 25 % unter dem Normalpreis. iPhones werden selten direkt rabattiert, aber über Bundles (iPhone plus AirPods, iPhone plus Hülle plus Schutzfolie) lässt sich sparen. Bei O2, Vodafone und Telekom gibt es am Black Friday Tarif-Bundles, bei denen das Gerät rechnerisch 100 bis 200 Euro günstiger kommt. Aufpassen: Den Gesamtpreis über die Vertragslaufzeit rechnen, nicht nur die monatliche Rate.
Haushalt und Küchengeräte
Haushalt und Küchengeräte verdienen mehr Aufmerksamkeit als sie bekommen. Ein Dyson V15 für 450 statt 599 Euro, ein Thermomix-Zubehörpaket bei Vorwerk mit 20 % Nachlass, eine KitchenAid Artisan bei Amazon für 349 statt 449 Euro. Diese Deals tauchen am Black Friday verlässlich auf, gehen aber im Elektronik-Hype unter. Otto hat eine eigene Black-Friday-Kategorie für Haushalt, die weniger überlaufen ist als Amazon.