Gratis-Proben und Produkttester: So bekommst Du kostenlose Produkte online
Wer regelmäßig Drogerie-Produkte kauft, kennt das Problem: Die neue Creme kostet 14,95 Euro, nach zwei Wochen steht sie unbenutzt im Bad. Gratis-Proben und Produkttester-Programme lösen das. Du testest vorher, kaufst nur was funktioniert, und sparst Dir teure Fehlkäufe.
Wo es Gratis-Proben gibt (und wo nicht)
Die meisten Gratis-Proben kommen nicht von den Online-Shops selbst, sondern direkt von den Herstellern. Marken wie Nivea, L'Oréal oder Weleda haben auf ihren Websites regelmäßig Proben-Aktionen. Das Muster ist fast immer gleich: Formular ausfüllen, Adresse eingeben, ein bis drei Wochen warten. Die Proben sind gratis, der Versand auch. Bei Nivea gibt es im Schnitt alle sechs bis acht Wochen eine neue Aktion, bei L'Oréal etwas seltener, dafür oft mit größeren Produktmengen.
Bei Douglas funktioniert das anders. Dort bekommst Du zu jeder Bestellung ab 24,95 Euro bis zu zwei Gratisproben dazu. Klingt nach wenig, aber über ein Jahr gerechnet sammelt sich da einiges. Wer vier bis fünf Bestellungen im Jahr macht, hat am Ende zehn Proben getestet, ohne extra dafür bezahlt zu haben. Die Beauty Card bringt zusätzlich Punkte, die sich ab 500 Stück in 5 Euro Guthaben umwandeln lassen.
Flaconi legt bei jeder Bestellung Proben bei, unabhängig vom Bestellwert. Die Auswahl wechselt wöchentlich. Wer gezielt Parfüm-Proben will, ist dort besser aufgehoben als bei den Drogerie-Ketten. Aktuell gibt es bei Flaconi bis zu 25 Euro Rabatt auf Bestellungen, was die Schwelle für eine Proben-Bestellung senkt.
Rossmann und dm setzen weniger auf Online-Proben und mehr auf Coupons. Bei Rossmann gibt es regelmäßig die 10 %-Coupons aus der Rossmann-App, die sich mit Hersteller-Coupons kombinieren lassen. Das ergibt bei einem Warenkorb von 30 Euro schon mal 3 Euro Ersparnis, bevor Du überhaupt anfängst zu vergleichen. Bei dm sind es eher die PAYBACK-Punkte-Aktionen und Produktproben in der Filiale.
Produkttester-Programme: Was steckt dahinter?
Hersteller suchen ständig echte Käufer, die neue Produkte vor dem Launch testen. Im Gegenzug bekommst Du das Produkt kostenlos, manchmal sogar den vollen Kaufpreis erstattet. Die drei gängigen Wege:
Marken-eigene Panels. Henkel (Persil, Schwarzkopf, Pril) betreibt ein eigenes Testerpanel mit nach eigenen Angaben über 100.000 registrierten Testern. Du bewirbst Dich, wirst bei Eignung ausgewählt und bekommst regelmäßig Pakete. Ähnlich läuft es bei Procter & Gamble (Ariel, Gillette, Oral-B) und bei Beiersdorf (Nivea, Eucerin). Die Bewerbung kostet nichts, die Auswahl ist allerdings nicht transparent. Typische Produktwerte pro Testpaket: 15 bis 40 Euro.
Cashback-Tests. Bei manchen Produktneuheiten erstattet der Hersteller den vollen Kaufpreis gegen Hochladen des Kassenbons. Du gehst in den Supermarkt, kaufst das Produkt regulär, fotografierst den Bon und bekommst das Geld aufs Konto zurück. Meist innerhalb von zwei bis vier Wochen. Der Haken: Die Aktionen sind zeitlich begrenzt und bei beliebten Produkten schnell ausgeschöpft. Wer schnell ist, bekommt Produkte im Wert von 5 bis 20 Euro komplett erstattet.
Shop-Newsletter. Der unterschätzte Kanal. Viele Marken verschicken über ihre Newsletter exklusive Produkttester-Einladungen, die auf der Website nicht sichtbar sind. Wer die Newsletter-Rabatte der großen Shops abonniert hat, stolpert regelmäßig über Tester-Aktionen, die nie öffentlich beworben werden. Besonders Douglas und Flaconi laden Newsletter-Abonnenten bevorzugt zu exklusiven Testaktionen ein.
Wie Du Deine Chancen als Produkttester erhöhst
Nicht jeder, der sich bewirbt, wird genommen. Die Hersteller wollen authentische Bewertungen von echten Käufern. Was hilft:
Ein vollständiges Profil. Alter, Hauttyp, Kaufgewohnheiten, Familiengröße. Je mehr die Hersteller über Dich wissen, desto besser können sie Dich passenden Tests zuordnen. Wer nur Name und E-Mail-Adresse einträgt, landet selten in der Auswahl. Besonders gefragt sind Profile mit konkreten Angaben zu Allergien und Unverträglichkeiten, weil Hersteller genau diese Zielgruppen für neue Produktlinien brauchen.
Bewerbungen mit echtem Feedback. Wenn Du nach einem Test eine ausführliche, ehrliche Bewertung abgibst (nicht nur „war gut"), steigt Deine Chance für den nächsten Test. Hersteller merken sich, wer verwertbares Feedback liefert. Zwei bis drei Sätze zur Textur, zum Geruch und zur Wirkung reichen, solange sie spezifisch sind.
Schnell sein. Die meisten Tester-Plätze sind innerhalb von 48 Stunden vergeben. Wer die Benachrichtigung drei Tage später liest, geht leer aus. Push-Benachrichtigungen aktivieren oder den Newsletter-Ordner täglich checken.
Woran Du seriöse Angebote erkennst
Nicht alles, was „Gratis" verspricht, ist auch gratis. Ein paar Warnsignale:
Versandkosten vorab. Seriöse Produkttests sind komplett kostenlos, inklusive Versand. Wer 4,95 Euro Versandpauschale verlangt, will an Dir verdienen, nicht Dein Feedback.
Versteckte Abos. „Gratis-Box, Du zahlst nur den Versand" klingt harmlos, im Kleingedruckten steht ein monatliches Abo für 19,90 Euro. Vorher die AGB lesen, besonders den Abschnitt zu automatischer Verlängerung. Wer das Rückgaberecht kennt, weiß: Bei Abo-Fallen hast Du 14 Tage Widerruf, aber den Aufwand kannst Du Dir sparen, indem Du solche Angebote gar nicht erst annimmst.
Persönliche Daten auf unbekannten Plattformen. Seriöse Produkttests laufen über die Websites der Hersteller selbst oder über etablierte Panels. Wenn eine Seite, die Du nicht kennst, Deine Bankdaten oder Ausweisnummer will: Finger weg.
Unser Tipp: Starte bei den Herstellern, deren Produkte Du ohnehin kaufst. Nivea, Henkel und Procter & Gamble haben die größten Testerpanels in Deutschland. Dort bewirbst Du Dich kostenlos und bekommst regelmäßig Produkte zugeschickt, die Du sonst im Laden für 8 bis 15 Euro pro Stück bezahlen würdest.
Gratis-Proben im Laden mitnehmen
Online ist der bequemste Weg, aber nicht der einzige. In den Filialen von dm und Rossmann stehen regelmäßig Aufsteller mit Gratisproben. Besonders bei Neueinführungen legen die Hersteller Proben direkt ins Regal, oft in der Nähe des Vollprodukts. Wer bei dm die Glückskind-App nutzt (für Familien mit Kindern), bekommt zusätzlich regelmäßig Produktproben und Rabattcoupons aufs Handy. Die Willkommenspakete für Schwangere und frischgebackene Eltern haben einen geschätzten Warenwert von 20 bis 30 Euro.
In Parfümerien und Beauty-Shops wie Douglas oder Sephora gehört es zum Service, Proben auf Nachfrage mitzugeben. Die meisten Kunden trauen sich nicht zu fragen. Dabei reicht ein „Haben Sie eine Probe von dem Parfüm?" und Du bekommst einen Flakon für drei bis fünf Tage zum Testen. Bei einem Parfüm für 80 Euro ist das eine sinnvolle Absicherung gegen Fehlkäufe.
Auch Apotheken sind eine gute Quelle. Fachkosmetik-Marken wie La Roche-Posay, Vichy oder Avène stellen regelmäßig Probensets in Apotheken bereit. Ein Set mit Reinigung, Serum und Tagescreme reicht für fünf bis sieben Tage und hat einen Warenwert von rund 15 Euro.
Was Gratis-Proben wirklich sparen
Die Rechnung: Wer pro Monat zwei Fehlkäufe bei Hautpflege und Kosmetik vermeidet (durchschnittlich 12 Euro pro Produkt), spart im Jahr 288 Euro. Dazu kommen die kostenlosen Produkte aus Tester-Programmen. Aktive Tester berichten von Warenwerten zwischen 200 und 500 Euro pro Jahr, die sie komplett gratis erhalten.
Der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Einmalig Profile anlegen, Newsletter abonnieren, danach läuft das meiste automatisch. Zehn Minuten pro Woche für das Sichten neuer Angebote, dazu die Bewerbung wenn etwas Passendes dabei ist. Im Vergleich zum Aufwand, den viele für Preisvergleiche betreiben, ist das überschaubar.
Wer das Ganze systematisch angeht, kombiniert Gratisproben mit den normalen Spar-Strategien: Gutscheincodes stapeln, Newsletter-Rabatte nutzen, und erst dann kaufen, wenn das Produkt nach dem Probetest überzeugt hat.
Passende Gutscheine
Wer neben Gratis-Proben auch beim regulären Einkauf sparen will: Bei Flaconi gibt es aktuell bis zu 25 Euro Rabatt, bei Notino bis zu 30 % auf ausgewählte Beauty-Produkte. Und bei Her One bekommst Du aktuell 36 % Rabatt auf alle Produkte. Da lohnt sich ein Blick, bevor der Warenkorb voll wird.