Streaming-Dienste im Vergleich: Netflix, Disney+, Amazon Prime
Netflix, Disney+, Prime Video, WOW: Was kosten die Dienste, was bieten sie, und wie sparst Du mit der Rotations-Strategie über 300 Euro im Jahr?

Sechs große Streaming-Anbieter, Monatsbeiträge zwischen 4,99 und 29,99 Euro, und die Frage: Braucht man wirklich alle? Kurz gesagt: Nein. Aber die richtige Kombination spart Geld und deckt trotzdem fast alles ab.
Netflix startet bei 4,99 Euro im Monat (mit Werbung, Full HD, 2 Streams gleichzeitig). Ohne Werbung kostet Standard 13,99 Euro, Premium mit 4K HDR 19,99 Euro. Die Stärke sind Eigenproduktionen: Squid Game, Wednesday, The Crown, Stranger Things. Kaum ein anderer Dienst produziert so viele neue Serien pro Jahr. Die Schwäche: Das Filmeangebot ist mittelmäßig, und Lizenztitel verschwinden regelmäßig aus dem Katalog.
Das Werbe-Abo für 4,99 Euro ist dabei besser als sein Ruf. Die Unterbrechungen dauern etwa 4 bis 5 Minuten pro Stunde, und fast alle Inhalte sind verfügbar. Wer mit kurzen Pausen leben kann, spart gegenüber dem Standard-Abo über 100 Euro im Jahr.
Amazon Prime Video gibt es nicht einzeln, sondern als Teil von Amazon Prime für 8,99 Euro monatlich oder 89,90 Euro im Jahr (umgerechnet 7,49 Euro pro Monat). Dafür bekommst Du neben dem Streaming auch den Prime-Versand, Music und Fotos-Speicher. Wer ohnehin bei Amazon bestellt, zahlt für das Video-Streaming praktisch nichts extra. Serien wie The Boys, Reacher und Ringe der Macht sind solide, und der Katalog an lizenzierten Filmen ist größer als bei Netflix.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Bei Prime Video lassen sich aktuelle Kinofilme einzeln leihen oder kaufen, auch ohne zusätzliches Abo. Ein neuer Film kostet zwischen 3,99 und 5,99 Euro als Leihversion. Das ist günstiger als ein Kinobesuch und schneller als auf die Streaming-Verfügbarkeit zu warten.
Disney+ kostet mit Werbung 5,99 Euro, ohne Werbung 9,99 Euro, als Premium mit 4K 13,99 Euro. Das Angebot umfasst alles von Disney, Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic, dazu über den Star-Bereich erwachsenere Inhalte wie Grey's Anatomy oder Die Simpsons. Für Familien mit Kindern gibt es keinen besseren Deal, weil die Kindersicherung gut funktioniert und der Katalog an kinderfreundlichen Inhalten riesig ist.
WOW (ehemals Sky Ticket) beginnt bei 7,99 Euro für Serien, 14,99 Euro mit Kinofilmen, 29,99 Euro mit Live-Sport (Bundesliga, Champions League). Hier laufen alle HBO-Produktionen: House of the Dragon, The Last of Us, Succession. Qualitativ die besten Serien im deutschsprachigen Streaming, aber der Katalog ist deutlich kleiner als bei Netflix oder Prime.
Paramount+ (7,99 bis 12,99 Euro) und Apple TV+ (9,99 Euro) sind Nischenanbieter. Paramount hat viel Katalog für wenig Geld (Yellowstone, Star Trek, Top Gun), Apple setzt auf wenige, dafür hochwertige Eigenproduktionen (Ted Lasso, Severance, The Morning Show). Beide lohnen sich eher als Rotations-Kandidaten denn als Dauer-Abo.
Die Preisstufen unterscheiden sich vor allem bei der Bildqualität. Netflix bietet 4K HDR mit Dolby Vision und Dolby Atmos nur im Premium-Abo für 19,99 Euro. Disney+ gibt Dir das schon ab 13,99 Euro. Prime Video liefert 4K HDR bei vielen Titeln ohne Aufpreis, allerdings nicht bei allen.
Was viele nicht wissen: Die tatsächliche Bildqualität hängt stark vom Titel ab. Netflix komprimiert sein Bild stärker als Disney+ oder Apple TV+. Wer auf einem 65-Zoll-Fernseher schaut, merkt den Unterschied. Auf einem Laptop oder Tablet ist er irrelevant. Apple TV+ hat die technisch beste Bildqualität aller Dienste, was bei weniger als einem Drittel des Netflix-Katalogs allerdings nur bedingt tröstet.
Beim Ton gibt es ähnliche Abstufungen. Dolby Atmos (Raumklang) bekommst Du bei Netflix nur im Premium-Abo. Disney+ bietet es ab Standard, Apple TV+ und Prime Video bei den meisten Originals. Ohne Soundbar oder Surround-System macht das keinen Unterschied, dann reicht Stereo.
Für Serienfans ist Netflix die erste Wahl. Nicht wegen der Qualität pro Serie (da liegt HBO bei WOW vorne), sondern wegen der Masse und der kulturellen Relevanz. Wer immer mitreden will, kommt an Netflix kaum vorbei.
Für Familien ist Disney+ bei 5,99 Euro im Monat praktisch ein Pflicht-Abo. Kinder schauen Disney, Pixar und Marvel auf Dauerschleife, Erwachsene finden über Star genug eigenes Programm. Ein Haushalt mit Kindern unter 12 spart sich mit Disney+ den Kauf oder die Leihe dutzender Kinderfilme pro Jahr.
Wer bei Amazon bestellt, sollte Prime ohnehin haben. Das Video-Streaming ist dann ein Bonus, kein eigener Kostenpunkt. Bei MediaMarkt gibt es übrigens regelmäßig Fire TV Sticks im Angebot, falls Du noch keinen Streaming-Stick hast.
WOW lohnt sich für HBO-Fans und Fußball-Zuschauer. Für alle anderen ist der Dienst zu teuer für zu wenig Breite. Eine Ausnahme: Wenn gerade eine HBO-Großproduktion läuft (House of the Dragon, The Last of Us), lohnt sich ein Monatsabo zum Durchschauen.
Netflix hat das Passwort-Teilen offiziell beendet. Ein Account funktioniert nur noch in einem Haushalt. Wer einen zusätzlichen Nutzer außerhalb des Haushalts hinzufügen will, zahlt 4,99 Euro extra pro Monat. Für WG-Mitbewohner oder Paare mit zwei Wohnungen eine ärgerliche Einschränkung, die den effektiven Preis nach oben treibt.
Disney+ und Prime Video kontrollieren das bisher weniger streng, aber die Richtung ist klar: Account-Sharing wird branchenweit eingeschränkt. Das macht die Rotations-Strategie noch attraktiver, weil jeder seinen eigenen Account nutzt und nur für die Monate zahlt, in denen er tatsächlich schaut.
Mal ehrlich: Wer seinen Netflix-Account bisher mit drei Freunden geteilt hat und jetzt den vollen Preis zahlt, für den hat sich das Preis-Leistungs-Verhältnis massiv verschlechtert. Ein Grund mehr, zwischen den Diensten zu wechseln statt alle parallel zu bezahlen.
Bei Familien innerhalb eines Haushalts ändert sich dagegen wenig. Netflix erlaubt im Premium-Abo vier gleichzeitige Streams, Disney+ ebenfalls vier. Für eine vierköpfige Familie reicht ein Account problemlos, solange alle unter einem Dach wohnen.
Der teuerste Fehler: Alle Dienste gleichzeitig laufen lassen. Bei Netflix (13,99 Euro), Disney+ (9,99 Euro), Prime (8,99 Euro), WOW (9,99 Euro) und Paramount+ (7,99 Euro) sind das über 50 Euro im Monat. Mal ehrlich: So viel schaut niemand.
Besser: Ein Basis-Abo dauerhaft behalten (Prime Video, weil der Versand-Vorteil bleibt), und den zweiten Dienst alle ein bis zwei Monate wechseln. Im Januar und Februar Netflix für die neuen Staffeln, im März Disney+ für die Marvel-Serien, im April WOW für die HBO-Neuheiten.
Mit dieser Rotation zahlst Du im Schnitt 15 bis 20 Euro pro Monat statt 50 Euro, siehst aber trotzdem alles, was Dich interessiert. Das spart über 300 Euro im Jahr. Der Trick dabei: Vor dem Wechsel eine Watchlist anlegen und in den ein bis zwei Monaten gezielt durchschauen, statt planlos zu browsen.
Fast alle Dienste lassen sich monatlich kündigen. Es gibt keine Mindestlaufzeit. Du kannst Netflix für einen Monat buchen, Deine Liste abarbeiten und wieder kündigen, ohne dass es Dich mehr als eine Monatsgebühr kostet.
Noch mehr sparen lässt sich mit Gutscheincodes: Streaming-Dienste bieten regelmäßig vergünstigte Jahres-Abos oder Probemonate an, besonders rund um den Black Friday.
Die goldene Zeit der 30-Tage-Gratistests ist bei den großen Anbietern weitgehend vorbei. Netflix, Disney+ und Prime Video bieten keine kostenlosen Probemonate mehr für Neukunden an. Was es aber gibt: regelmäßige Sonderaktionen.
Amazon verschenkt Prime-Testmonate über Partner-Aktionen (beim Kauf bestimmter Produkte oder über Mobilfunk-Deals). Apple TV+ gibt drei Monate kostenlos beim Kauf eines Apple-Geräts. Paramount+ fährt regelmäßig 7-Tage-Tests, manchmal sogar 30 Tage über Sonderseiten. Und WOW hat oft Einführungspreise von 4,99 Euro für die ersten zwei Monate.
Diese Aktionen tauchen nicht immer auf der Startseite auf. Die Mode- und Shopping-Kategorie bei uns listet manchmal Partner-Deals, über die Du vergünstigte Streaming-Zugänge als Bonus bekommst. Bei Mobilfunk-Verträgen sind Streaming-Abos oft als Dreingabe enthalten, die sich mehrere Monate kostenlos nutzen lässt.
Sparfuchs (ca. 15 Euro/Monat): Prime Video als Basis plus Disney+ mit Werbung. Solide Auswahl für wenig Geld, besonders gut für Familien. Für 14,98 Euro bekommst Du zwei Dienste mit zusammen tausenden Titeln.
Goldener Mittelweg (ca. 23 Euro/Monat): Prime Video plus Netflix Standard. Die größte Serien-Abdeckung ohne Rotations-Aufwand. Fehlt nur HBO-Content, der sich bei Bedarf über ein WOW-Monatsabo nachholen lässt.
Alles-Seher (ca. 20 Euro/Monat im Schnitt): Prime Video als Basis, dazu monatlich wechselnd Netflix, Disney+ oder WOW. Braucht etwas Disziplin beim Kündigen, spart aber am meisten bei maximaler Auswahl. Über das Jahr gerechnet gibst Du rund 240 Euro aus statt über 600 Euro für alle Dienste parallel.
Ein 4K-fähiger Smart-TV oder Streaming-Stick ist Voraussetzung, wenn Du die Premium-Abos nutzen willst. Ohne 4K und HDR zahlst Du bei Netflix und Disney+ für Bildqualität, die Dein Fernseher gar nicht darstellen kann. Fire TV Sticks und Chromecast gibt es in der Elektronik-Kategorie regelmäßig ab 25 Euro. Das ist die sinnvollste Investition, bevor Du in teurere Abos investierst.
Achte bei Smart-TVs auch auf die vorinstallierten Apps. Neuere Samsung-, LG- und Sony-Fernseher haben Netflix, Prime, Disney+ und Apple TV+ direkt eingebaut. Ein separater Stick ist dann nur nötig, wenn Du Paramount+ oder WOW nutzen willst, weil diese Apps auf manchen TV-Systemen fehlen.
Ein oft unterschätzter Faktor: die Internetverbindung. Für 4K-Streaming empfehlen die Anbieter mindestens 25 Mbit/s. Full HD läuft ab 5 Mbit/s stabil. Wer im WLAN Probleme hat (Puffern, Qualitätsschwankungen), sollte den Streaming-Stick per LAN-Kabel verbinden, bevor er ein teureres Internet-Paket bucht. Fire TV Sticks lassen sich über einen günstigen USB-Ethernet-Adapter verkabeln.
Wer sein Streaming-Setup aufrüsten will, findet bei unseren Preisvergleich-Tools eine Übersicht der besten Vergleichsseiten für Elektronik.