Zwei Drogerien, ein Ziel: möglichst wenig bezahlen. DM und Rossmann stehen in vielen deutschen Innenstädten fast nebeneinander, und trotzdem kaufen die meisten nur bei einer der beiden Ketten. Das liegt selten am Preis, eher an Gewohnheit. Wer die Sparsysteme beider Märkte versteht, kann pro Monat 8 bis 15 Euro weniger ausgeben.
DM betreibt über 2.100 Filialen in Deutschland, Rossmann knapp 2.300. Beide haben Online-Shops, beide haben Apps, beide verkaufen zu etwa 60 % Eigenmarken. Der Unterschied liegt im System: DM setzt auf konstant niedrige Preise ohne viel Rabatt-Theater, Rossmann auf höhere Listenpreise mit aggressiven Coupons. Welches Modell für Dich günstiger ist, hängt von Deinem Einkaufsverhalten ab.
Der direkte Preisvergleich
Hier die konkreten Zahlen für acht Standardprodukte, jeweils die günstigste Eigenmarke beider Ketten:
| Produkt | DM (Balea/Denkmit) | Rossmann (ISANA/Domol) | Differenz |
|---|
| Shampoo (300 ml) | 1,25 € | 1,35 € | DM 8 % günstiger |
| Bodylotion (400 ml) | 2,45 € | 2,65 € | DM 8 % günstiger |
| Spülmaschinentabs (60 Stk.) | 3,95 € | 4,25 € | DM 7 % günstiger |
| Tagescreme (50 ml) | 3,45 € | 3,75 € | DM 8 % günstiger |
| Windeln Gr. 4 (46 Stk.) | 5,95 € | 6,25 € | DM 5 % günstiger |
| Waschmittel flüssig (1,5 l) | 3,75 € | 3,95 € | DM 5 % günstiger |
| Zahnpasta (125 ml) | 0,65 € | 0,75 € | DM 13 % günstiger |
| Duschgel (300 ml) | 0,95 € | 1,05 € | DM 10 % günstiger |
Bei Eigenmarken gewinnt DM fast durchgehend. Der Vorsprung liegt bei 5 bis 13 %, quer durch alle Kategorien. Das klingt nach wenig, summiert sich aber: Bei einem typischen Drogerie-Einkauf von 30 Euro monatlich sind das rund 2 bis 3 Euro Unterschied. Auf ein Jahr gerechnet: 24 bis 36 Euro.
Bei Markenprodukten sieht die Sache anders aus. Nivea, L'Oréal oder Persil kosten bei beiden Ketten nahezu identisch. Hersteller geben die Preise vor, der Spielraum ist minimal. Hier entscheidet sich der Preiskampf über Aktionen und Coupons, nicht über Listenpreise.
Warum ist DM bei Eigenmarken billiger? DM kalkuliert mit geringerer Marge und gleicht das über höheres Volumen aus. Die Kette hat keine Kundenkarte, kein Bonusprogramm, keine aufwendigen Coupon-Systeme. Was andere Händler in Rabattaktionen stecken, fließt bei DM direkt in den Regalpreis. Das Ergebnis: weniger Aufregung, aber konsistent niedrigere Zahlen auf dem Kassenbon.
DM: Konstant günstig, wenig Spielraum nach unten
DM setzt auf Dauertiefpreise. Die Eigenmarken sind von Haus aus günstiger, dafür gibt es kaum Aktionen oder Coupons. Wer bei DM einkauft, weiß vorher was er zahlt. Keine Überraschungen.
Die Eigenmarken sind das stärkste Argument. Balea (Hautpflege), alverde (Naturkosmetik), Denkmit (Reinigung) und dmBio (Lebensmittel) schneiden in Tests regelmäßig gut bis sehr gut ab. Eine Balea-Tagescreme für 3,45 Euro hat bei Stiftung Warentest schon Produkte für 30 Euro geschlagen. Eine alverde-Handcreme für 1,95 Euro landete auf dem gleichen Niveau wie Weleda für 8,95 Euro.
Wo DM schwächelt: beim Coupon-Spiel. Keine systematischen Rabattcoupons, kein Punktesammeln, kein 10 %-Gutschein aus der Zeitschrift. Die App bietet Produktinfos und Inhaltsstoff-Checks, aber kaum finanzielle Anreize. DM verlässt sich darauf, dass der Grundpreis stimmt. Für alle, die gerne Rabatte stapeln und kombinieren, ist das frustrierend.
Zwei Ausnahmen gibt es. Das Glückskind-Programm für Familien mit Kindern bis 6 Jahre liefert regelmäßig Willkommensgeschenke und kleine Coupons, oft 15 % auf Babypflege oder Gratis-Produkte zur Geburt. Und die DM-App verteilt gelegentlich personalisierte Coupons auf Basis des Kaufverhaltens. Beides reicht aber nicht an Rossmanns System heran.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: DMs Rückgaberecht. Ohne Kassenbon, ohne Diskussion, bis zu 6 Monate nach Kauf. Wer ein Hautpflegeprodukt nicht verträgt, bekommt den vollen Preis zurück. Bei Rossmann brauchst Du den Kassenbon und die Frist ist kürzer. Gerade bei Kosmetik, wo Hautverträglichkeit erst nach ein paar Tagen klar wird, ist das ein echter Vorteil.
DMs Sortiment bei Bio-Lebensmitteln verdient eine Erwähnung. Die dmBio-Linie bietet Nüsse, Müsli, Öle und Snacks zu Preisen, die Bioläden deutlich unterbieten. Walnusskerne kosten bei dmBio 3,95 Euro pro 200 Gramm, im Bio-Laden zahlst Du für dieselbe Menge 5 bis 7 Euro. Wer ohnehin bei DM einkauft, kann den Drogerie-Einkauf mit dem Bio-Snack-Vorrat kombinieren und spart sich einen separaten Weg.
Rossmann: Teurer im Regal, günstiger an der Kasse
Rossmann hat das aggressivere Rabattsystem. Die Grundpreise liegen bei Eigenmarken zwar über DM, aber Rossmann gleicht das über Coupons mehr als aus.
Das wichtigste Werkzeug: der 10 %-Coupon. Den gibt es als Papiercoupon in Zeitschriften und digital in der Rossmann-App. Der Coupon gilt auf fast alles, auch auf bereits reduzierte Ware und auf Markenprodukte. Der Clou: Er lässt sich mit anderen Aktionen kombinieren. Eine Nivea-Tagescreme im Angebot für 4,99 Euro statt 6,95 Euro, dazu der 10 %-Coupon, am Ende zahlst Du 4,49 Euro. Dasselbe Produkt kostet bei DM regulär 6,95 Euro, ohne Aktion, ohne Coupon.
Rechnen wir das an einem typischen Warenkorb durch: Shampoo (Nivea, 2,99 Euro), Deo (Rexona, 2,49 Euro), Waschmittel (Persil, 5,99 Euro), Zahnpasta (Colgate, 1,79 Euro), Bodylotion (Dove, 3,29 Euro). Summe: 16,55 Euro. Mit 10 %-Coupon: 14,90 Euro. Wenn zwei der Produkte gleichzeitig im Angebot sind (typisch bei Rossmann: jede Woche 200+ Aktionsartikel), sinkt der Preis nochmal um 2 bis 3 Euro. Effektiver Warenkorbpreis: rund 12,50 Euro. Bei DM zahlst Du für dieselben Markenprodukte die vollen 16,55 Euro.
Dazu kommt Payback. Für jeden Euro bei Rossmann sammelst Du einen Payback-Punkt. 100 Punkte sind ein Euro. Das klingt gering (1 % Rückerstattung), addiert sich aber über ein Jahr auf 3 bis 5 Euro bei normalem Einkaufsverhalten. Mit gezielten Payback-Coupons (10-fach Punkte auf Haarpflege, 15-fach auf Waschmittel) steigt die Rückerstattung auf 5 bis 10 %. Wer Payback und ähnliche Programme systematisch nutzt, drückt den effektiven Preis bei Rossmann deutlich unter DM-Niveau.
Ein Nachteil: Rossmanns Eigenmarken wie ISANA und alterra sind solide, aber qualitativ einen Tick unter Balea und alverde. Gerade bei Hautpflege fällt der Unterschied in Tests auf. ISANA-Produkte enthalten häufiger Parfümstoffe, die empfindliche Haut reizen können. Wer darauf achtet, greift bei DM besser zu.
Was viele nicht wissen: Rossmanns App bietet neben den Coupons auch eine Einkaufs-Scan-Funktion. Du scannst Produkte vor dem Kauf und siehst sofort, ob es gerade einen Coupon oder eine Aktion dafür gibt. Das spart das Durchblättern des Coupon-Katalogs und sorgt dafür, dass Dir kein Rabatt entgeht. DMs App hat diese Funktion nicht.
Rossmann hat mit der Babywelt ein separates Bonusprogramm für Familien mit Kindern bis 3 Jahre. Dort gibt es monatliche Coupons speziell für Windeln, Babynahrung und Pflegeprodukte, oft 20 % auf eine bestimmte Marke. In Kombination mit dem regulären 10 %-Coupon und Payback-Punkten wird Rossmann für junge Eltern zur günstigsten Adresse, manchmal 25 bis 30 % unter DM-Niveau bei Babyprodukten.
Rabatt-Aktionen im Jahresverlauf
Beide Ketten haben saisonale Muster, die sich nutzen lassen.
Rossmann startet jedes Jahr im Januar eine große Inventur-Aktion mit bis zu 50 % auf ausgewählte Artikel. Rund um Ostern und Weihnachten gibt es Sonder-Coupons in der App, teilweise 20 % auf bestimmte Warengruppen. Die regulären 10 %-Coupons erscheinen alle 2 bis 3 Wochen.
DM hält sich zurück. Große Rabattaktionen gibt es kaum. Was DM stattdessen macht: regelmäßige Produkt-Bundles, bei denen Du zwei Artikel zum Preis von eineinhalb bekommst. Beispiel: Zwei Balea-Shampoos für 1,85 Euro statt 2,50 Euro. Solche Aktionen stehen nie groß auf der Website, sondern direkt am Regal. Wer aufmerksam durch den Laden geht, findet pro Einkauf ein bis zwei davon.
Für Beauty-Produkte gilt bei beiden: Kurz vor Saisonwechsel (Februar/März und August/September) werden Sondreditionen und saisonale Düfte stark reduziert. Das betrifft vor allem Markenware wie Nivea Sun oder limitierte Pflegeserien. Wer bei Sonnencreme nicht wählerisch ist, kauft im September zum halben Preis und lagert sie für nächstes Jahr. Sonnenschutzmittel halten ungeöffnet mindestens 30 Monate.
Noch ein Muster, das sich bei Rossmann beobachten lässt: Neue Produkte werden in den ersten 2 bis 3 Wochen nach Einführung oft mit einem speziellen Einführungscoupon in der App beworben, meistens 25 % auf das neue Produkt. Wer die App regelmäßig öffnet, bekommt solche Angebote als Benachrichtigung und kann Neuheiten günstiger testen als Stammkäufer, die erst nach ein paar Monaten zugreifen.
Der Online-Shop im Vergleich
Beide Ketten haben Online-Shops, aber keiner davon ist ein echtes Schnäppchen-Paradies. Die Versandkostenfrei-Grenze liegt bei beiden bei 49 Euro. Für Drogerieartikel ist das hoch, denn ein normaler Einkauf bewegt sich zwischen 15 und 30 Euro. Wer unter der Grenze bleibt, zahlt bei beiden 4,95 Euro Versand.
DM bietet Click & Collect ohne Mindestbestellwert. Bestellung online aufgeben, in der Filiale abholen, kein Versand. Für kleinere Einkäufe ist das die klügere Option. Rossmann hat diesen Service eingestellt.
Ein Unterschied, der online auffällt: DM hat das größere Eigenmarken-Sortiment im Webshop. Viele Balea- und alverde-Produkte sind online verfügbar und oft innerhalb von 2 bis 3 Werktagen lieferbar. Bei Rossmann fehlen online einzelne ISANA-Varianten, die es in der Filiale gibt.
Der Rossmann-Online-Shop hat einen Vorteil: Der 10 %-Coupon gilt auch dort. Wer online bei Rossmann für 60 Euro bestellt (über der Versandkostengrenze), spart mit dem Coupon nochmal 6 Euro. Bei DM gibt es online keinen vergleichbaren Rabatt.
Für Markenkosmetik und Parfüm lohnt sich der Blick zu spezialisierten Online-Anbietern wie Douglas oder Flaconi. Die haben eine größere Auswahl und oft bessere Preise als die Drogerie-Online-Shops, gerade bei hochpreisigen Marken ab 30 Euro aufwärts. Ein Parfüm für 45 Euro bei Douglas mit einem 15 %-Gutschein kostet Dich 38,25 Euro. Dasselbe Parfüm bei DM oder Rossmann online: 45 Euro, ohne Rabatt, mit 4,95 Euro Versand falls Du unter der Freigrenze liegst.
Wann DM, wann Rossmann?
Kurze Antwort: DM für Eigenmarken, Rossmann für Markenware mit Coupon. Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen.
DM ist die bessere Wahl, wenn Du hauptsächlich Eigenmarken kaufst und keine Lust auf Coupon-Jagd hast. Die Grundpreise sind niedriger, die Qualität bei Balea und alverde stimmt, das Rückgaberecht ist kundenfreundlicher. Wer seinen Warenkorb füllen und an der Kasse nicht rechnen will, ist hier richtig. DM belohnt Treue nicht mit Punkten, sondern mit Preisen, die von Anfang an stimmen. Kein Zeitdruck durch ablaufende Coupons, kein Jonglieren mit verschiedenen Rabattstufen.
Rossmann lohnt sich, wenn Du Markenprodukte kaufst und bereit bist, den 10 %-Coupon konsequent einzusetzen. In Kombination mit Payback und Aktionspreisen schlägt das System DMs Dauerniedrigpreise bei Markenware. Aber nur mit Coupon. Ohne den 10 %-Rabatt zahlst Du bei Rossmann bei fast jedem Produkt mehr als bei DM.
Für junge Familien: Rossmann. Die Kombination aus Babywelt-Coupons, 10 %-Rabatt und Payback macht die Kette für Windeln und Babynahrung zur günstigsten Option, trotz höherer Listenpreise.
Unser Tipp: Wer beides in der Nähe hat, fährt mit einer Kombination am besten. Eigenmarken und Naturkosmetik bei DM, Markenprodukte und Aktionsware bei Rossmann mit 10 %-Coupon. Das spart gegenüber einem reinen DM-Einkauf nochmal 5 bis 10 Euro im Monat. Newsletter-Rabatte beider Ketten abonnieren und vor jedem Einkauf kurz prüfen, wo gerade das bessere Angebot liegt. Aufwand: zwei Minuten. Ersparnis: real.