Abo-Fallen erkennen: So kündigst Du Streaming, Fitness und Beauty-Boxen richtig
Viele Deutsche zahlen monatlich für Abos, die sie kaum noch nutzen. Streaming, Fitnessstudio, Kochbox, Beauty-Box: Zusammengerechnet kommen da schnell 80 bis 150 Euro pro Monat zusammen. Seit dem Gesetz für faire Verbraucherverträge ist Kündigen zwar einfacher geworden, aber die Anbieter haben dazugelernt.
Wo die Kosten leise wachsen
Sky verlangt für sein Entertainment-Paket aktuell 9,99 Euro pro Monat. Klingt überschaubar. Das Problem steckt im Vertrag: 12 Monate Mindestlaufzeit, danach monatlich kündbar. Wer den Wechsel verpasst, zahlt automatisch weiter. Über ein Jahr sind das knapp 120 Euro für einen Dienst, den Du vielleicht drei Monate aktiv genutzt hast.
Ähnliches Muster bei Fitness-Ketten. Wer im Januar motiviert ein Jahresabo für 30 bis 50 Euro monatlich abschließt, kann frühestens nach Ablauf der Mindestlaufzeit raus. Viele Studios verlangen eine Kündigungsfrist von drei Monaten vor Laufzeitende. Wer einen Tag zu spät kündigt, hängt ein weiteres Jahr drin. Bei 40 Euro im Monat sind das 480 Euro für ein Laufband, auf dem Du seit April nicht mehr standest.
Beauty-Boxen wie die von Douglas oder Flaconi laufen oft als „flexibles Abo", kündbar jederzeit. In der Praxis heißt „jederzeit" aber: vor dem nächsten Abrechnungszyklus. Wer am falschen Tag kündigt, bekommt und bezahlt noch eine Box für 15 bis 30 Euro.
Was sich seit 2022 geändert hat
Das Gesetz für faire Verbraucherverträge schreibt vor: Jeder Online-Vertrag braucht einen Kündigungsbutton. Zwei Klicks maximal. Viele Anbieter erfüllen das technisch, verstecken den Button aber geschickt. Amazon hat den Link zum Kündigen von Prime hinter mehrere „Bist Du sicher?"-Dialoge gepackt, inklusive Gegenangebote und Erinnerungen, was Du alles verlierst.
Streaming-Dienste mit Monatsbindung sind am einfachsten loszuwerden. Bei Verträgen mit 12- oder 24-Monats-Bindung sieht das anders aus: Da gilt weiterhin die vertragliche Frist, der Kündigungsbutton hilft nur bei der Zustellung, nicht beim Timing.
Unser Tipp: Trag Dir bei jedem neuen Abo sofort eine Kalender-Erinnerung ein, vier Wochen vor Ablauf der Mindestlaufzeit. Kostet 30 Sekunden und spart im Zweifel ein ganzes Jahresabo.
Was Du jetzt tun solltest
Bestandsaufnahme machen: Geh Deine Kontoauszüge der letzten drei Monate durch. Jede wiederkehrende Abbuchung notieren. Wer das ehrlich macht, findet im Schnitt zwei bis drei Abos, die seit Monaten ungenutzt durchlaufen.
Fristen prüfen: Bei Streaming-Diensten mit Monatsbindung reicht ein Klick am selben Tag. Bei Jahresverträgen, besonders Fitness und Pay-TV, die Kündigungsfrist nachschlagen. Steht meistens in den AGB unter „Laufzeit und Kündigung".
Pausieren statt kündigen: Bei Kochboxen und Beauty-Abos ist Pausieren oft schlauer als Kündigen. Wer komplett abbestellt und drei Monate später neu anfängt, verliert den Neukunden-Rabatt. Die nächste Box kostet dann den vollen Preis.
Aufräumen lohnt sich: Wer zwei ungenutzte Streaming-Abos à 13 Euro und ein vergessenes Fitness-Abo à 30 Euro kündigt, hat am Jahresende 672 Euro mehr auf dem Konto. Für drei Minuten Aufwand.
Wer sich zwischen den großen Anbietern nicht entscheiden kann, findet in unserem Streaming-Vergleich eine Übersicht, welcher Dienst was bietet und wo sich das Geld lohnt.